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Ein Bodenkarussell um 1910

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Im Dezember 2006 haben wir endlich die Zeit gefunden, ein Karussell zu rekonstruieren, das hier schon seit Oktober auf seinen Aufbau wartete. Wir hatten nämlich zwei große Kisten voller Einzelteile eines alten Karussells erstanden, die fehlenden Teile hergestellt (nach alten Vorbildern) und so Schritt für Schritt ein Karussell restauriert.

 

Zunächst wird der Mast aufgestellt, der leider fehlte. Er wurde aus Buchenholz rekonstruiert und dunkel gebeizt, damit er nicht zu sehr ins Auge sticht. Zudem waren originale Masten auch lackiert. Im Vordergrund sieht man die noch zu verbauenden Einzelteile.

Dann werden die Ausleger eingehängt. Sie sind original, aber die Vorrichtung, an der sie am Mast eingesteckt werden, fehlte. So wurden zwei Sperrholzscheiben mit zwölf Abstandshölzchen dazwischen verleimt und am Mast dafür ein Kugellager montiert, auf dem die Scheibe jetzt ganz glatt läuft.

Mit den ebenfalls neuen Drähten werden die Ausleger nach oben an einer zweiten Scheibe auf einem weiteren Kugellager abgespannt. Nun wird das äußere Ende der Ausleger mit den originalen Kranzlatten verbunden. Die langen Gewindestangen (original), mit denen Ausleger und Kranzlatten verschraubt werden, sind später dann gleichzeitig die äußeren Halterungen für den Karussellboden.

Die kleinen, farbigen Teile, die an den Kranzlatten stecken, dienen später dem Einhängen vom Schmuckfries (6. Schritt). Anschließend werden die Gewindestangen mit verzierten Messingrohren verkleidet und an ihren unteren Enden der Säulengang verschraubt. Zur Befestigung des Säulenganges wird ein zweiter, innerer Kranz von Gewindestangen an den Auslegern verschraubt. Alle Hölzer des Säulenganges fehlten und sind nach altem Vorbild hergestellt worden.

Danach werden die zwölf Bodenteile, die von uns hergestellt wurden, in den Säulengang gelegt. Die Bodensegmente bestehen aus einer Sperrholzplatte, die mit Eichenfurnierstreifen so gestaltet wurden, dass es aussieht, als seien sie aus Bohlen zusammengefügt. Diese Furnierstreifen wurden dann dunkel gebeizt (eiche mittel).

Ihr erinnert Euch an die kleinen bunten Holzstecker an den Kranzlatten? Sie haben einen Federblechstreifen an der Rückseite. Dort werden jetzt die Friessegmente eingehängt. Das Schmuckfries wird also nur gesteckt, aber nicht verschraubt.

Auf dem Karussell werden nicht nur viele Pferde, sondern auch zwei Boote stehen. An deren einem Ende befindet sich eine Stange, die an den Kranzlatten endet. Hier wird sie an originalen Transmissionen befestigt,welche die Boote dann zum Schaukeln bringen. Angetrieben werden die Transmissionen durch ein Zahnrad, das am Mast befestigt wird (sich also nicht mitdreht). Leider fehlt dieses Zahnrad, es ist aber in Arbeit!

Nun wird das originale Zeltdach aufgelegt. Am oberen Ende seht ihr nun die Spitze aus Messing.

Kleiner Exkurs... In einer der Kisten mit den Teilen fanden wir ein Schächtelchen, in dem von Mäusen angeknabberte und be - ähhh - vollurinierte Stoffe und Spitze lagen. Nach sorgfältiger Wäsche und

vorsichtigem Bügeln konnten wir durch Unterfüttern des beschädigten Gewebes alle Teile retten...

Nach dieser Rekonstruktion konnten die Behänge an die originalen Drähte der Ausleger und Kranzlatten eingehängt werden.

Zum Schluss werden die Pferde auf der Bodenplatte befestigt.
Und nun: Hereinspaziert, hereinspaziert, meine sehr verehrten Damen und Herren...

Wie wäre es mit einer stürmischen Bootsfahrt? Oder einem rasenden Ritt auf den Pferden?

Maße: Durchmesser ca. 100 cm, Höhe: 90cm


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